The top diesel sedans comparison from Autobild. Translated as usual.
V8-Diesel von Mercedes, Audi und BMW Diesel ganz oben Hoch über dem normalen Dieselvolk thronen die prächtigen Achtzylinder. S 420 CDI, A8 4.2 TDI, 745d: Wer ist König der Selbstzünder?
Von Jörg Maltzan: Der Stachel sitzt noch tief. Als die drei deutschen Luxusmarken Audi, BMW und Mercedes vor gut sieben Jahren ihre Luxus-Limousinen mit Achtzylinder-Diesel präsentierten, war der S 400 CDI Letzter. Zumindest was den Verkaufsstart betraf. Das Prestigerennen um den ersten Selbstzünder-V8 auf dem Markt machte der 740d, der ab Mitte 1999 bei den Händlern stand. Vier Monate später folgte der A8 3.3 TDI. Der Mercedes war erst im Juni 2000 zu haben. Nicht schlimm, aber doch irgendwie eine Niederlage beim Technikwettrüsten um die Dieselkrone.
(In mid 1999, the BMW 740d debuted as the first premium V8 diesel on the German market - followed by Audi (A8 3.3 TDI) four months later. Mercedes came in last (also in sales) when they joined the party in June of 2000. Not bad, but at the same time, something of a loss in this race between technology and for the diesel crown.)
Eine Autogeneration später hat der deutsche Diesel-Dreikampf nichts an Dramatik verloren. Und wieder ist Mercedes der Nachzügler. Audi A8 4.2 TDI quattro und BMW 745d sind schon länger im Angebot, der Mercedes S 420 CDI kommt erst jetzt dazu. Auf einen peinlichen PS-Wettlauf mit den Konkurrenten hat Mercedes verzichtet. Im Gegenteil: Mit 320 PS ist die S-Klasse das nominell schwächste Modell in diesem Vergleich. Der A8 hat sechs und der 7er zehn PS mehr Dampf unter der Haube. Auch beim Drehmoment setzt der Benz nicht den Maßstab, sondern der hubraumstärkere BMW. Eigentlich keine guten Voraussetzungen für einen Herausforderer, der zeigen will, dass er die beste Diesel-Limousine der Welt baut. Dass es ihm trotzdem gelingt, hat andere Ursachen. Vor allem beweist der Mercedes, dass Dieselantrieb und Luxusanspruch sehr gut zusammenpassen.
(This time, the race between these three carmakers has not lost momentum - and again, Mercedes is last. The Audi A8 4.2 TDI and BMW 745d) have been on sale longer than the Mercedes S420 CDI, which now joins the party. Upping the horsepower was not a priority at Mercedes. In fact, the S420 CDI, with it's 320-horsepower, is the weakest car in this comparison: the A8 has 6 and the BMW has 10 more horsepower. Even in terms of torque, the Mercedes isn't the leader (the BMW is). Sounds like the Mercedes is in for a hard time, right? Not at all. The Mercedes proves that a diesel engine and luxury can smoothly go hand-in-hand.)
Beeindruckend: Der S 420 CDI vermittelt ein ähnlich erhabenes Fahrgefühl wie der Zwölfzylinder S 600. Wer dieseltypische Vibrationen herausspüren will, muss über seismografische Sensibilität verfügen. Hier zittert nichts. Zu hören ist auch nichts. Schon gar kein Selbstzünder-Nageln. Nur im Stand ist außen ein leises Wummern zu vernehmen, guter Motorkapselung sei Dank. Dieses Auto ist die Ruhe selbst. Vor allem durch seinen überlegenen Fahrkomfort schwebt der Mercedes buchstäblich über den Konkurrenzmodellen von Audi und BMW. Serienmäßige Luftfedern tilgen perfekt alle Stöße von der Fahrbahn. Ob kurze oder lange Bodenwellen, Gullydeckel oder Betonfugen, Kopfsteinpflaster oder Feldweg – die S-Klasse gleitet über alles mit größtmöglicher Souveränität. Eine glatte Eins.
(Impressive: The Mercedes S420 CDI almost gives you the impression as if you were driving the 12-cylinder S600. If you want to feel diesel-typical vibrations, good luck trying to find them here. Nothing shakes or vibrates here. The V8 diesel engine can't be heard too - not even a diesel clatter. Only in idling can a little noise be heard, but it's very little thanks to engine noise isolation technology. The S-Class defines quietness here, especially also thanks to its suspension, which leaves Audi and BMW behind when it comes to driving comfort. The standard Airmatic suspension filters every rough section of the road out so that occupants don't feel a thing. We tried a number of roads, and the S-Class impressed on all. An A+ here.)
Gut dazu passt die Siebenstufen-Automatik. Sie hält die Drehzahlen niedrig und senkt so das Geräuschniveau. Bei 730 Newtonmeter Drehmoment verfügt der Achtzylinder in jeder Fahrstufe über ein derart üppiges Kraftreservoir, dass Runterschalten überflüssig wird. Sollte der Fahrer dies dennoch wünschen, um auf der Autobahn den lästigen Porsche-Piloten loszuwerden, ist das per Kickdown oder den Schaltknöpfen am Lenkrad jederzeit möglich. Dann wechselt der Automat kaum spürbar den Gang, und die S-Klasse stürmt mit gewaltigem Schub bis auf abgeregelte 250 km/h.
(A good marriage here is the 7Gtronic transmission. This transmission keeps the RPM's low and keeps the engine noise down. In every gear, the S420 CDI has a ton of power - no wonder with 730 Nm of torque on tap. The driver can shift gears manually using the MB steering wheel button shifts. Shifts can hardly be felt, and the car trashes to 250 km/h with impressive power.)
Wie gut das Mercedes-Getriebe arbeitet, zeigt der direkte Vergleich mit dem BMW. Der ist zwar stärker und fast zwei Zentner leichter, beim Beschleunigen dennoch langsamer, weil mehr Wandlerschlupf die Antriebskraft reduziert. Bei höherem Tempo leidet der 7er zudem unter dem ungünstigeren cW-Wert von 0,29 (Audi und Mercedes jeweils 0,27). Die Handlichkeit anderer BMW-Modelle fehlt ihm. Der 7er ist nicht nur ein großes und massiges Auto, er fährt sich auch so. Mit 12,40 Meter hat er zudem den größten Wendekreis. Anders als Audi und Mercedes hat der BMW Stahlfedern, wird aber von elektronisch kontrollierten Dämpfern vor Fahrbahnstößen geschützt. Nur kurze Bodenwellen dringen spürbar in den Innenraum vor. Trotz der leicht schlechteren Fahrleistungen arbeitet im BMW dennoch ein bäriger Motor, der kaum vernehmbar ist, den 2,2-Tonner aber expressartig vorwärts schiebt. Auch für den 745d gilt: Der starke Diesel ist eine gute Alternative zum durstigen 760i. Denn selbst bei zügiger Fahrweise bleibt der Verbrauch bei zehn Liter. Der Zwölfzylinder-Benziner schluckt dann mehr als 16 Liter.
(How good the Mercedes transmission is can be seen when we compared this car to the BMW 745d. Although the BMW has more power and weighs less, it's slower from 0-100 km/h because the transmission shifts slower. At higher speeds, the BMW's coefficiency of drag (0.29) doesn't help either (Audi and Mercedes = 0.27). Even the handling of other BMW models cannot be felt in this 7er. The BMW 7-Series is not only a big and heavy car, it drives like one too. Unlike Audi and Mercedes, the BMW uses a standard steel suspension that get's aided by an electronic dampening control system. For the most part, it works - even though some roads can be felt. Despite the un-BMW-like drive, the engine is superb. It's equally quiet and powerful too. Like the S420 CDI, the 745d is a good alternative to its 12-cylinder family member: the 760i. Even when driven hard, the BMW 745d will get around 10 L / 100 km: the 760i will need 16 L.)
Ähnlich sparsam ist der A8 4.2 TDI. Er ist dynamischer ausgerichtet als 745d und S 420 CDI, trägt aber auch seinen Diesel-Charakter zur Schau. Feines Lenkradzittern und das Verbrennungsgeräusch kennzeichnen ihn als Selbstzünder. Selbst in der Einstellung "Comfort" federt das Luftfeder-Fahrwerk auf schlechten Straßen straff. Gegenüber 7er und S-Klasse wirkt der A8 enger. Seine Fondkopfstützen sind fest montiert, beeinträchtigen so die Rundumsicht. Bei unruhigem Gasfuß neigt der Audi zudem zu ruckartigen Gangwechseln. Sportlich betrachtet macht er aber alles richtig. Beim Beschleunigen lässt er BMW und Benz hinter sich. Deutlich sogar. Trotz offizieller 250-km/h-Abregelung spurtete unser Diesel-A8 auf Tacho 280.
(Equally fuel efficient is the Audi A8. It's more dynamic than the BMW and Mercedes and the engine is equally quiet and refined. On the downside, the "Comfort" setting makes the cars suspension harder, which on poor quality roads doesn't translate well. It also appears smaller on the inside than the BMW or Mercedes. The rear seat headrests can't be folded down, which hinders rear vision when parking for example. The Audi transmission shifts feel a little nervous, and they can be felt. From a sporty point of view, the car does everything right. 0-100 km/h is faster than the BMW and Mercedes. Despite a supposed 250 km/h limit, our Audi didn't stop at that but took us all the way up to 280 km/h!)
Auch beim Kurvenfahren wirkt der Audi leichtfüßiger. Der Grund für seine Agilität liegt auf der Hand. Dank Alukarosserie ist der Audi fast eine Vierteltonne leichter als der Mercedes. Dadurch ist er nicht nur schnell und sparsam, sondern glänzt auch mit 530 Kilogramm Zuladung. Außerdem hat der A8 als einziger Allradantrieb, was ihm Traktionsvorteile auf nassen Straßen verschafft.
(Thanks to its light weight, the Audi A8 handles very nicely in curves. The light weight also means that the Audi can carry a wonderful 530 kg of extra weight (luggage etc.). Also, the A8 is the only car here with AWD, so good traction on wet roads is a plus.)
Größer als bei den sehr ähnlichen Fahreigenschaften der drei Diesel-Dampfer sind die Unterschiede bei den Ausstattungsmöglichkeiten. So sind sie zwar optional mit Tür-Zuziehhilfen sowie elektrischen Heckdeckelbetätigungen auszustatten, doch bei Audi lässt deren Funktion zu wünschen übrig. Die Kofferraumklappe schließt und öffnet nur widerwillig. Steht der Wagen einseitig auf einem Bordstein, schließt sie überhaupt nicht. Das passt so gar nicht zum hohen Qualitätsanspruch der Marke. Hier besteht dringender Verbesserungsbedarf.
(All three cars come with different options and extras. Standard for example on all are electronic-door-closing-aids. On the Audi, we noticed the trunk would not close if the car was parked with one half of it on a sidewalk. This doesn't fit the quality image of Audi and needs to be addressed as soon as possible.)
Empfehlenswert ist für alle drei Modelle der adaptive Tempomat, der den Abstand zum Vordermann automatisch reguliert. Mercedes geht noch einen Schritt weiter und bietet "Distronic Plus" an (2737 Euro). Das System bremst die S-Klasse bei Bedarf sogar bis zum Stillstand ab. Nachtsichtassistenten gibt es nur für 745d und S 420 CDI. In Sachen Infotainment hat BMW einen Vorteil. Als einziger in der Luxusliga bieten die Münchner einen automobilen Online-Zugang, mit dem man sich aktuelle dpa-Nachrichten, Börsenkurse, Wetterberichte, Kinoprogramme und Reisetipps in den 745d holen kann – ein tolles Extra für die verwöhnte Kundschaft.
(For all cars, we recommend an adapative cruise control system which automatically slows or speeds up your car depending on the preset distance between you and the car infront. Mercedes takes this a step further and offers Distronic Plus, which will slow the car down to a halt if necessary. Night View systems are only available on the BMW and Mercedes. In terms of Infotainment, the BMW has the edge. It offers internet access.)
Das beste Gesamtkonzept allerdings bietet einmal mehr der Luxus-Diesel aus Stuttgart. Daran hat sich also nichts geändert. Schon im ersten AUTO BILD-Vergleichstest 2001 siegte der Mercedes. Damals hatte er übrigens den stärksten Motor: 250 PS und 560 Newtonmeter. Aus heutiger Sicht fast schon etwas schwächlich. Und das Wettrüsten geht weiter. Audis Q7 läuft schon mit dem 500 PS starken V12-TDI in der Erprobung, und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis er auch im A8 auftauchen wird.
(The best overall performance comes from the luxury diesel from Stuttgart: the Mercedes. Nothing has changed. When we first compared the these cars in 2001, the Mercedes won. Back then however, it had the most powerful engine: 250-hp and 560 Nm of torque. When we look back, these figures almost appear "underpowered" by today's standards. And the diesel race continues: the Audi Q7 12 TDI is being tested - and it is a matter of time before the A8 might get one...)
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan:
Gravierende Schwächen zeigt keiner der Luxus-Diesel. Bis auf Mercedes. Ausgerechnet der Sieger stolpert über eine viel zu geringe Zuladung. Hier zeigt sich die Kehrseite einer Vollausstattung – die wiegt eben viel. Ansonsten bleibt als wichtigste Erkenntnis: Diese Autos machen die durstigen Benziner überflüssig. Ihr Geräuschniveau ist ähnlich niedrig, Spurtvermögen und vor allem Elastizität ebenbürtig. Auf wen die Wahl fällt, ist letztlich Geschmacksache. Einzig der nicht mehr taufrische BMW verliert etwas den Anschluss.
(SUMMARY: None of these cars shows a weakness - except the Mercedes. Funny how the winner of this comparison test can't take onboard more weight - a problem caused by the many standard features and heavy weight of the car. That said, these cars make thirsty gasoline cars appear outdated. These diesels are quiet - just as quiet as their gasoline counterparts and have power (especially midrange power). What car to pick here is up to you, a matter of taste.) THE RANKINGS
1st Place: Mercedes-Benz S420 CDI 487/600
2nd Place: Audi A8 4.2 TDI Quattro 479/600
3rd Place: BMW 745d 468/600
Technical Data
Performance
Prices 