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Autobild Klassik: 1968: Audi 100 vs BMW 2000 vs Mercedes-Benz 200

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Autobild Klassik: 1968: Audi 100 vs BMW 2000 vs Mercedes-Benz 200

Test: Audi 100 vs Mercedes 200 vs BMW 2000 — AUTO BILD KLASSIK 1/2008 — 20.03.2008
Die milden 68er


1968 fordert Audi erstmals Mercedes und BMW zum Kräftemessen heraus: Der Audi 100 stellt sich den etablierten Konkurrenten Mercedes 200 und BMW 2000. 40 Jahre später treffen die Rivalen wieder aufeinander. Im AUTO BILD KLASSIK-Vergleich. (In 1968 Audi challenged the established luxury brands of Mercedes and BMW with a serious competitor: the Audi 100. 40 years later the rvials meet again in an Autobild Klassik comparison.)


Von Andreas Borchmann: Prager Frühling und Studenten auf den Barrikaden. Alexander Dubcek und Rudi Dutschke. Politisch war 1968 ein wildes Jahr. Und die 68er-Generation brachte einiges ins Rollen. Gesellschaftlich zumindest. Das Autojahr 1968 fiel milder aus. Wer erinnert sich schon noch genau? 1968 war Verkaufsstart eines neuen, kleinen Mercedes. Typ W 114/115, auch als Strich-Acht bekannt. Als erstes Stern-Modell brachte er es zum Millionenseller. Und noch ein populäres Auto stand im Jahr der Revoluzzer zum ersten Mal in den Läden: der Audi 100. Seine anvisierten Konkurrenten: die etablierte Oberklasse – eben Mercedes 200 und auch BMW 2000. Was sie gemeinsam hatten? Alle drei waren aus technischer Sicht konservativ gestrickt – bis in die letzte Falte ihrer Kleider. Das sah man ihnen schon an: vorn Motor, hinten Kofferraum und dazwischen Kanten. Sie waren Typen für das Establishment ihrer Zeit. Für Menschen, die sich erlauben konnten, etwas mehr Geld fürs Auto auszugeben: leitende Angestellte, gut verdienende Freiberufler, kleine Unternehmer. Zeitgenossen, denen nichts ferner lag als eine Revolution. Väter, die mit rebellischen Söhnen stritten. (The year is 1968. Prague Srping, students protesting, Alexander Dubcek and Rudi Dutschke - politics were hot in '68. The car business was in comparison pretty mild. What cars come to mind when this date is mentioned? Probably the Mercedes-Benz W114/W115, also popularly known as the /8 which was introduced on the market that year. It was the first Mercedes-Benz to be sold over one million times. Another revolutionary and popular car could also be seen in the showrooms: the Audi 100, which was aimed at the Mercedes 200 and BMW 2000. What did these three Germans have in common? From a technical and design standpoint all of them were conservatively engineered. An engine upfront, a trunk in the rear, seats inbetween etc. But all of them were also cars for the established citizens of their time. They were cars for the common man. People who could not afford to spend money for more car: middle ranking employees, well-paid part-time employess or owners of small businesses.)



Kenner wissen, dass der BMW 1968 seine Feuertaufe längst bestanden hatte. Die sogenannte neue Klasse stand bereits 1961 auf der IAA. Zunächst als BMW 1500. Erst 1966 werteten die Münchner Motorenmacher ihn mit dem 100-PS-Vierzylinder aus dem 2000 CS zum BMW 2000 auf. Ebenfalls mit an Bord: ein moderner gestaltetes Armaturenbrett. Zum Traumwagen vieler Deutscher wurde aber trotzdem der Mercedes 200. Milde 95 PS, Stern auf der Motorhaube, solide und komfortabel, eine unerschütterliche Burg. Und natürlich wollte Audi etwas von diesem Ruhm abhaben. Wer sich den Audi 100 einmal genau anschaut, entdeckt in der Linienführung durchaus Ähnlichkeiten zum Strich-Acht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Oder an Zufall glaubt ... Denn das war es sicher nicht. Technik-Vorstand Ludwig Kraus wurde 1963 von Mercedes zur Auto Union AG versetzt. Als Mercedes den ganzen Laden 1964 an Volkswagen verkaufte, blieb Kraus bei Audi, entwickelte den 100er. Im Geiste hatte er dabei einen kleinen Mercedes vor Augen. Zu ihrer kantigen Form tragen alle drei übrigens ein glasklares Image ins Blech gepresst: Ein Mercedes ist solide, ein BMW sportlich, und der Audi galt schnell als spießig, ein Typ für Fahrer mit Hut. Alles Erinnerung. Der Vergleich soll klären, wie es heute um Audi 100, BMW 2000 und Mercedes 200 bestellt ist. (The BMW is an old car in this comparison as it has been on the market since 1961 where it was shown to the masses at the IAA. At first it was only available as the BMW 1500. Only in 1966 did BMW engineers transplant the 100-horsepower 4-cylinder from the 2000 CS into the midrange sedan creating the BMW 2000. Also on board is an interior with modern styling elements. Despite this, the dream car of most Germans was the Mercedes 200. A mild 95-horsepower under the bonnet, the star upfront and a solid and comfortable body characterized the Benz. Audi, seeing the popularity of these two cars wanted a piece of cake. If one examines the Audi 100, one can find several lines that remind of the Mercedes /8. Why is that? High ranking technical supervisor Ludwig Kraus was transferred from Mercedes to Auto Union AG in 1963. In 1964 Mercedes sold Auto Union to Volkswagen - and Kraus stayed with Audi and developed the 100. Kraus claimed he wanted to create a "small Mercedes". In those days a Mercedes was seen as solid and a BMW as sporty - the Audi 100 was not well received at first and quickly earned itself an image as an old mans car. This comparison aims to find out how the Audi 100, BMW 2000 and Mercedes 200 drive today.)



Die Karosserien: ein Hoch auf die Kante

Wie man in einem Auto der 68er-Generation sitzt? Herrlich luftig, wie im Wintergarten. Steile Scheiben, niedrige Gürtellinien und filigrane A- und B-Säulen lassen viel Licht ins Innere. Und der Kante sei Dank: Vor allem BMW und Mercedes sind wahre Wunder der Übersicht. Wozu Rückfahrkamera oder Radarstrahlen? Die Spiegel richtig eingestellt, und jede Ecke ist vom Fahrersitz aus einsehbar. Dafür spielten die Ergonomie-Experten der späten 60er-Jahre gern mit uns Verstecken. Vor allem das BMW-Cockpit wirkt wie von einem Zufallsgenerator zusammengewürfelt. Blinkerhebel – mit ihm wird auch die Scheibenwaschanlage in Gang gesetzt – rechts vom Lenkrad, die Schalter für heizbare Heckscheibe und Nebelscheinwerfer verbergen sich unter dem Armaturenbrett, um den Scheibenwischerknopf zu drücken, muss der Fahrer seinen Arm weit strecken. Lieb gemeint: ein Mini-Spot neben dem Zündschloss, der die Heizungshebel anstrahlt. Kein Flutlicht, aber ein winziger Lichtblick. (What does it feel like to sit inside a car from 1968? It's like a little winter garden. A lot of glass, almost vertical pillars and low beltlines characterize most of them. BMW and Mercedes especially offer excellent allround vision. Who needs the help of an electronic parking system such as a camera or radar with this great field of vision? The ergonomics of the BMW interior are a bit confusing especially since a lot of functions can be activated via the stalks left and right from the steering wheel.)



Audi 100 findet der Fahrer geordnetere Cockpit-Welten vor. Wischer im Lenkstockhebel rechts, Blinker links. Alles klar. Hübsch bunt: grüne Zahlen und rote Zeiger in den Uhren – Audis Beitrag zum freundlichen Arbeitsplatz im Auto. Vor allem die Sitze aber unterscheiden den Herrn der Ringe von seinen Konkurrenten. Nicht Federkern-Matratzen schmeicheln hier dem Po, nein – der Fahrer versinkt in kuschelweichen, riesigen Vollschaum-Schwämmen. Noch strengere Ordnung herrscht im Benz. Selbst unkundige Fahrer finden sich im Benz-Cockpit sofort zurecht. Es sieht zwar nicht aus wie im modernen Mercedes, nahezu alle Bedienelemente sind aber schon am gleichen, korrekten Platz. Alles was mit Heizen zu tun hat, sitzt rechts vom Lenkrad, die Lichtfunktionen links. Einziges Unikum: Wer die Windschutzscheibe spülen will, muss zutreten – auf eine damals schon altmodische Gummipumpe im Fahrerfußraum. Das typische Mercedes-Wohlfühlaroma kann das nicht schmälern. Aufrecht sitzt der Fahrer hinter seinem riesigen Steuerrad, blickt auf den Stern, der über dem Horizont der Motorhaube thront. Ein Mahnmal der Qualität, die den Mercedes weit über Audi und BMW hebt. Hier wirkt alles eine Spur solider, wuchtiger, haltbarer. Wer unsere drei Oldies heute erlebt, der versteht nun auch, warum früher so viele Menschen vom Mercedes träumten und dafür jeden Groschen auf die hohe Kante legten. (The Audi cockpit impresses with well thought out ergonomics. Everything is where it is supposed to be. Varying colors make the interior a friendly place to be. The Audi also has different seats: it makes use of foam coated seats instead of the traditional spring matress type. The somewhat plain and dark Mercedes interior feels more serious but all useful controls are where they should be and are easy to find and operate. Even new Mercedes drivers will easily feel at home here and the interior feels typical Mercedes: a big steering wheel, a great view on the bonnet star. Traditions that put the Mercedes far above the Audi and BMW. Everything inside the Mercedes also feels much more solid, stronger and longer lasting. If someone had the chance to drive these three oldtimers back to back, they would understand why Mercedes was the dream car of every German and why they were prepared to pay for such a car. An interesting feature of the Mercedes 200 is the windshield washing system. To operate it the driver has to depress an antiquated button near the footrest.)

Fazit im Karosserie-Kapitel: Mercedes fährt einen soliden Sieg in diesem Kapitel ein. Viel Platz für die Passagiere, die einfache Bedienung und die herausragende Qualität sind die Säulen dieses Erfolgs. Audis 100 kann vor allem in Sachen Verarbeitung nicht mithalten. Der Leichtbau fordert mit den Jahren Zugeständnisse. Der BMW 2000 ist nicht nur außen kompakter geschnitten, sondern auch im Innenraum enger. (The Mercedes finishes an easy first place here. There's plenty of space for the passengers, the ergonomics are well thought-out and the quality is first rate. The Audi 100 cannot compete in build quality in part to its use of light-weight materials which have their drawbacks. The BMW not only looks tight on the outside but is even more cramped on the inside.)





Die Antriebe: Ganz von gestern

Unmöglich. Das Gaspedal scheint bereits in die Ölwanne eingedrungen zu sein – trotzdem passiert wenig. Es sind 95 PS, die den 200er-Benz antreiben, aber mindestens 15 davon machen gerade Pause. Überlegene Motorisierung können wir dem Mercedes wirklich nicht attestieren. Mit einer Wanderdüne haben wir es aber auch nicht zu tun. 16,4 Sekunden braucht der 200er für den Ritt auf 100 km/h – genug, um heute noch im Verkehr mitzuhalten. Nicht mehr, nicht weniger. Die ganze Schwerstarbeit quittiert das alte Eisen stets brummig – im Sound einer gigantischen Bombus terrestris, besser als Erdhummel bekannt. Bei jedem Auf und Ab der Flügel – sorry: Kolben – ist der Fahrer live dabei. Radau, Ruhestörung? Wer es so empfindet, der hat im Oldtimer nichts verloren. Im Gegenteil: Die technischen Geräusche sind ein Teil des Fahrvergnügens. Voll dabei, mittendrin im Geschehen. Und nicht seelenlos abgekapselt wie in einem modernen Auto. (The pedal is depressed all the way and nothing much happens. These are the 95-horsepower of the Mercedes 200, but it feels as if 15 of these horses are taking a break. The Mercedes impresses in this test but the engine doesn't. 16.4 seconds are needed to reach 100 km/h - just enough to still be able to keep up in modern day traffic. The engine is made out of heavy solid steel and the engine has an appropriate sound to accompany it: a grumpy sound. People who place emphasis on a quiet engine should stay away from the '200. On the other hand, the sounds are part of the driving experience and also part of the driving pleasure. It is a constant reminder that this car lacks the sound dampening and isolation materials that are so common in modern machines.)



Im 2000er-BMW gesellt sich zum kernigen Vierzylinderton noch Pfeifen. Typisch. Autokundige Knaben erkannten schon früher im Kinderzimmer jeden vorbeifahrenden BMW an diesem Pfeifgeräusch. Etwas anderes ist mir dagegen ein Rätsel: Wo hat der sportliche BMW nur seine Leistung gelassen? 100 PS bringt der Zweiliter. Auf dem Papier. Im Hinterteil gefühlt, kommen davon bestenfalls 75 an. In Zahlen: 16,5 Sekunden bis 100 km/h. Das Werk versprach unter 14. Die restlichen Sekunden versickern irgendwo zwischen den Gängen im Getriebe. Erster oder dritter, zweiter oder vierter Gang – welcher getroffen wird, bleibt oft dem Zufall überlassen. Dann doch lieber die hölzerne Mercedes-Schaltung. (The BMW motor has a very characteristic sound. You could be playing with your children in their rooms, hear a car drive by with a certain engine sound and instantly know that it's a BMW. The question needs to be asked: Where did the supposedly sporty BMW leave its performance? The 2.0-l engine develops 100-horsepower - on paper. When driving the car, it feels more like 75-horses are working for you. This means a 16.5 second 0-100 km/h time. A far cry from the 14 seconds claimed by the factory. Part of the slow acceleration is due to the imprecise transmission. 1st, 2nd, 3rd or 4th gear, it is a miracle if you select the correct one. The Mercedes transmission, which is also pretty wooden, has slightly smoother shift patterns.)

Oder gleich in den Audi wechseln. Dieser ist ein 73er, mit Mittelschaltung statt des anfangs häufigen Lenkradhebels. Gute Lösung: kurzer Hebel, kurze Wege zwischen den Gängen, exakt geführt. Hier schaltet der Fahrer locker aus dem Handgelenk. Überhaupt: Der Audi 100 ist die Überraschung im Antriebskapitel. Sein Motor, mit 1,6 Litern und 85 PS am schwächsten, hängt spontan am Gas, dreht tapfer hoch, liefert die besten Fahrleistungen ab (siehe Tabelle). (Our test Audi 100 is actually a 1973 model and instead of the column shift has a more modern central transmission. The gear stalk is short and so are the shift patterns. In this test its the most precise transmission. The Audi is also the most agile car in this comparison. Its 1.6-l 4-cylinder motor makes 85-horsepower and is therefore the weakest car but also the quickest and most lively thanks to light construction.)

Fazit im Antriebs-Kapitel: Vorurteilen darf man eben nicht glauben. Denn nicht der angeblich so sportliche BMW 2000 kann sich im Antriebs-Kapitel an die Spitze setzen, sondern das Auto mit dem ewigen Hutträger-Image. Audis 100 glänzt mit einem überraschend agilen Vierzylinder. Der Mercedes-Motor ermöglich schaltfaules Fahren, wirkt aber zugeschnürt. (Most people would assume the BMW will win here. It doesn't. The supposedly sporty BMW 2000 cannot overcome the performance of the car with the "old man image". The Audi 100 shines with an agile and willing 4-cylinder motor. The Mercedes engine is torquey and allows for lazy-shift driving moods but feels unwilling.)





Die Fahrwerke: Auf der weichen Welle

Wie bitte, BMW und sportlich? Spätestens jetzt ist die Illusion komplett zerstört. Täuschen uns denn alle Erinnerungen? Fakt ist: Der 2000 steht auf einem echten Schmalspur-Fahrwerk. Nicht nur optisch. Böse Zungen würden nach dem Tanz um die Pylonen, dem Durchfahren des Elchtests, dem Rumpeln über die Rüttelstrecke sogar behaupten: Talent in Sachen Beinarbeit fehlt ihm. Fahrverhalten in Kurven – hecklastig. Exaktheit der Lenkung – nicht vorhanden. Ansprechverhalten der Federung – gleichzeitig bockig und schaukelig. Objektiv ist also nicht viel los mit dem BMW. Mit seinem Fahrer dafür umso mehr, weil es anders nicht geht. Gegenlenken, weil das Heck ausbricht, das schwergängige Riesenlenkrad dabei fest im Griff halten, auf den flachen Sitzen hin- und herrutschen. Richtig schnell wird der 2000 trotz maximalen Körpereinsatzes seines Benutzers nie. Der hat, gewisse Grundkenntnisse des Fahrens vorausgesetzt, aber eine Mordsgaudi. Vielleicht genießt der alte BMW ja deshalb einen sportlichen Ruf, weil seine Fahrer fixer sein müssen. (BMW, sporty? Huh? It is at this moment that one realizes that it is an illusion. The BMW 2000 is equipped with thin tires that ensure that handling is nowhere near what we expect from a BMW. It would fail the Elk-test, uneven road surfaces are a pain and the behavior of the car in curves causes the rear to want to break out. Precise steering? No. The suspension is neither comfortable or sporty. The BMW driver needs to work hard to control the car - and this is not easy given the large steering wheel and the smooth flat seats with no side support. Maybe the old BMW enjoys a sporty reputation because its drivers had to be top fit to control it?)



Mercedes-200-Fahrer erleben eine weniger spektakuläre Welt. Behäbig wie ein Nilpferd begibt er sich ums Eck, gelassen bügelt er die Rüttelstrecke glatt – und alles vollkommen klapperfrei. Nur mit dem Geradeauslauf fährt der gute Stern in seine Problemzone. Er schlängelt immer um die Ideallinie, der Fahrer muss laufend korrigierend eingreifen. Ganz anders der Audi 100. Von den Vorderrädern gezogen, geht es Richtung Norden und dann immer geradeaus. Mit etwas Pech bleibt das auch so, wenn plötzlich und unvermutet eine Kurve auftaucht. Fahrverhalten: stoisch untersteuernd. Selbst Fuß vom Gas hilft im Grenzbereich nicht mehr: Eine helfende Lastwechselreaktion, damit sich der 100er vielleicht doch noch in die Kurve eindreht, war damals wohl nicht erfunden. Trotzdem: Besser und schneller als der BMW, der sich in glatten Kurven tückisch wie auf Schmierseife bewegt, ist das berechenbare Audi-Fahrverhalten allemal. Und agiler als der schwerfällige Mercedes ist der 100er noch dazu. Aber am Ende heißt es doch: 200 vor 100. Audis angetriebene Vorderachse trampelt überfordert, und das Heck schaukelt schwer unterdämpft. Fühlt sich lustig an – zumindest dann, wenn die Passagiere seefest sind. (Drivers of the Mercedes 200 don't experience a thrilling ride. The Mercedes does everything with a somewhat boring attitude. It moves around corners with ease, smoothness and with a quietness about it. Only in straight-line driving does the Mercedes enter its problem zone as the car has a tendency to lightly veer to the left or right requiring a constant alertness on the drivers part. A totally different drive is the Audi which is pulled by the front wheels and feels more stable, yet it too tends to veer off track at times. Other characteristics are a tendancy to understeer when driven to the limit and taking ones foot of the pedal doesn't help. Despite this the Audi is easier to drive and faster than the BMW and more agile than the Mercedes. But at the end of the day the Mercedes 200 still comes before the Audi 100 as the Audi's front axis feels overworked at times and the suspension can be a bit bouncy which might lead to motionsickness.)

Fazit im Fahrwerks-Kapitel: Geht es um den Komfort, zeigt der Stern noch heute Wirkung: Es ist überraschend, wie ausgewogen die Mercedes-Entwickler sein Fahrwerk abgestimmt haben. Dynamisch zieht der Audi vorbei. Der Frontantrieb macht es dem Fahrer im Grenzbereich einfacher. Und bei den Bremsen zeigt er noch einmal, dass weniger Gewicht mehr Leistung ergibt. Er steht deutlich schneller. Und der BMW? Unausgewogen. Seine Konstruktion war schon 1968 nicht mehr up to date. (In terms of comfort the win goes to the car with the three-pointed-star. It is surprising how well-balanced the suspension of the Mercedes is. The Audi pulls ahead in driving dynamics and its FWD layout means the car is easier to control in the extremes. And in terms of stopping power the lighter Audi earns a few extra points. And the BMW? Disappoints. Even in 1968 its construction was not recognized as being the most modern.)





Die Kosten: Nicht billig – aber preiswert

Längst geschafft! Der 30. Geburtstag liegt für Audi 100, BMW 2000 und Mercedes 200 lange zurück, sie dürfen sich also mit dem H-Kennzeichen schmücken. Das ist wichtig, denn mit dieser Nummer kommen einige Vorteile an den Wagen: Zum Beispiel die günstige Jahressteuer von 192 Euro. Unabhängig von Hubraum oder Schadstoffklasse. Auch die Versicherung ist abgekoppelt von der ehemaligen Typklassen-Einstufung. Wer maximal 5000 Kilometer pro Jahr fährt und sich auf die Haftpflicht beschränkt, zahlt sogar weniger als 100 Euro. Und noch ein Vorteil: Die Typen mit H dürfen sogar in die Umweltzone fahren. Wer sagt’s denn: Oldies sind zukunftssicher. (With these cars being older than 30 years, they're eligible for the H-license plate which brings with it many advantages. Among them are cheap yearly tax of only 192 Euros. Engine capacity and emissions output is irrelevant in this case. If these cars are driven over 5,000 km per year, expect to even pay less than 100 Euros in tax. There's another advantage: these cars are allowed to drive in parts of the cities were some modern cars aren't due to emissions. Like we said, "An oldtimer is a great investment!")



Komplizierter ist eine Prognose für die Wertentwicklung. Momentan ist der BMW am teuersten. Einfach weil er sich rarmacht. Audis 100 wird leider immer noch verramscht. Nur wenige Fans haben ihn wirklich lieb. Ob sich da noch was tut? Vermutlich nicht, solange es den Helden der Klasse gibt: den Mercedes 200/8. Fast schon erschütternd, wie gut seine Fangemeinde organisiert ist. Beispiel Ersatzteilbeschaffung: für den BMW manchmal schwer, für den Audi ein mittleres Drama. Nur beim Mercedes gibt es so gut wie keine Probleme. Werk und Klubs helfen weiter. Schon allein deshalb wird der Mercedes- Stern in Zukunft heller als andere strahlen – und mit Sicherheit nicht mehr billiger werden. (Difficulties arise in trying to ascertain value. The BMW is at the moment the most expensive car here due to rarity. The Audi 100 is still the butt of jokes - very few fans show a love and appreciation for it. Will the situation ever change? Probably not, as the hero of this class is hands down the Mercedes 200/8. The /8 has a large fanbase with well organized meet-ups. Obtaining spare parts are a nightmare for the BMW, difficult for the Audi and absolutely no problem for the Mercedes. Clubs and even Mercedes-Benz themselves are known to help. All in all this makes owning a /8 easier and means the star shines proudly on the bonnet - and the price is right too.)




Fazit von AUTO BILD-Redakteur Andreas Borchmann

Da stehen wir nun vor dem Scherbenhaufen unserer Vorurteile. Der BMW 2000 hat mit Sport so gut wie nichts am Hut. Und der Audi 100 ist gar keine lahme Lehrer-Kutsche. Stattdessen überrascht das Erfolgsmodell aus Ingolstadt mit seinem dynamischen Talent. Vor allem durch seinen agilen Motor animiert er zum flotten Fahren. Ein 2000er-BMW wirkt dagegen eher beruhigend: zäher Vierzylinder, unexakte Schaltung, unausgewogenes Fahrwerk. Wie gut, dass wenigstens ein Vorurteil noch passt: Der Mercedes 200 ist ein rundum solider Typ mit ausgewogenen Alltagseigenschaften. Keine Frage: Wer einen alten 68er für alle Tage sucht, ist im Mercedes /8 gut aufgehoben. (At the end of the day, the BMW fails to impress. Its sporting abilities are poor. The Audi surprises us with agility and doesn't feel like an old man's car at all. Against the Audi, the BMW behaves rather tame giving more the impression of a cruiser and not a sports sedan. This impression is solidified by the rough 4-cylinder, the imprecise transmission and the nervous suspension. The Mercedes 200 is an allround solid performer with well-balanced everyday abilities. Need a car from 1968? No question, the Mercedes /8 is a good choice.)






Technical Data



Peformance Data





LINK: Test Audi 100, Mercedes 200, BMW 2000 - Die milden 68er - Klassik - autobild.de


Audi 100







BMW 2000







Mercedes-Benz 200




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Re: Autobild Klassik: 1968: Audi 100 vs BMW 2000 vs Mercedes-Benz 200

That Mercedes is just gorgeous
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Re: Autobild Klassik: 1968: Audi 100 vs BMW 2000 vs Mercedes-Benz 200

Bob Dylan once sang that "The times they are a-changing"...

Look at these results and compare them to what we are used to today.
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